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Die Antahkarana

 

In diesem Sektor wollen wir den Begriff Antahkarana beleuchten. Dies ist eine anspruchsvolle Arbeit und setzt gewisse Erfahrungen in der okkulten Meditation, sowie klares Verständnis der verwendeten Terminologie voraus. Auf die Erklärung einzelner Ausdrücke kann in dieser Sektion nicht eingegangen werden.

Der Begriff Antakarana wird in der okkulten oder esoterischen Literatur nicht immer gleich verwendet: so wird manchmal der gesamte zurückkehrende oder evolutionäre dreifache Lebensfaden (bestehend aus: Sutratma, Antahkarana und schöpferischer Faden) als Antakarana bezeichnet - oft wird auch nur der Bewusstseinsfaden (von der Seele her kommend im physischen Gehirn verankert) als die Antakarana bezeichnet - manchmal wird von der Antakarana als die "Regenbogenbrücke" gesprochen, welche das niedere und das höhere Selbst verbindet etc..All diesen Bezeichnungen gemeinsam ist, dass sie sich alle mehr oder weniger auf jenen dreifachen Faden beziehen, der die Monade, die Seele und die Persönlichkeit miteinander verbindet. Dieser hat seinen Ursprung in der Monade auf der atomischen Ebene und erzeugt auf seinem involutionären "Abstieg" durch die Ebenen die periodischen Träger des Menschen. Mit diesem Abstieg befassen wir uns nicht. Am tiefsten Punkt der Manifestation beginnt der Aufstieg des Menschen und die Evolution führt ihn unvermeidlich an jenen Punkt, an dem er bereit ist für den Pfad der Rückkehr. Auf diesem Weg wird sich der Mensch dann zuerst der Anziehung seiner Seele bewusst und entwickelt Gruppenbewusstsein. Schließlich wird er der Existenz der Monade gewahr und entwickelt göttliches Bewusstsein. Vom evolutionären Standpunkt aus ergeben sich folgende Differenzierungen:

1. Der Lebensfaden: dieser hat seinen Ursprung in der Monade, energetisiert den gesamten geistigen Menschen und hat seine tiefste Verankerung im Herzen. Durch den Lebensfaden erschafft die Seele periodisch eine Form (eine Persönlichkeit), durch welche sie Wirken und Erfahrung sammeln kann.

2. Der Bewusstseinsfaden: dieser hat seinen Ursprung in der Seele. Er wird von der Seele erzeugt und ist im Kopf verankert. Dieses empfindende Bewusstsein durchdringt alle Formen, Körperzellen und Atome

3. Der schöpferische Faden: dieser wird im Laufe der Evolution erzeugt und ist eine Synthese der o.g. fundamentalen Fäden. Er ist in sich dreifach und verbindet:

a) den physischen Körper mit dem ätherischen Träger

b) den Ätherkörper und den astralen Träger

c) den Astralkörper mit dem mentalen Träger: dies könnte als der Status Quo des Aspiranten bezeichnet werden, der als integrierte Persönlichkeit funktioniert und sich bemüht als Seele zu leben.

 

In der Hauptsache ist die Wissenschaft der Antahkarana eine fortgeschrittene Meditationstechnik, durch welche sich der inkarnierte, schöpferisch tätige Mensch durch die Methode der Invokation und Evokation bewusst und vermittels der Seele mit der geistigen Triade und schließlich der Monade verbinden kann.

Die Antakarana ist dann eine vom Jünger in seiner Meditationsarbeit selbst erzeugte Energielinie - ein sogenannter "Licht-Faden" oder eine Energiebrücke, welche die seelendurchdrungene Persönlichkeit mit der geistigen Triade verbindet - technisch gesprochen wird in der Meditation ein Lichtstrom erzeugt (zusammengesetzt aus den zwei bereits vorhandenen Lebens- und Bewusstseinsfaden und dem vom Meditierenden erzeugten Schöpfungsfaden), der die mentale Einheit (das niedere Denkvermögen) die sich auf den den niederen Unterbenen der Mentalebene befindet, mit dem manasisch permanenten Atom auf den höheren Mentalebenen (das höhere oder abstrakte Denkvermögen) durch Vermittlung der Seele (der Sohn des Denkens) vereint. Dies ist grundsätzlich ein evolutionärer Vorgang, der aber vom Jünger (durch die Tatsache der Einweihung) beschleunigt werden kann.

Diese Verbindungslinie ist deshalb so bedeutsam, da zwischen der mentalen Einheit auf der niederen Mentalebene und der tiefsten Manifestation der Triade auf der höheren Mentalebene normalerweise eine "Lücke" besteht - eine Lücke im Bewusstsein, die verhindert, dass der Jünger Ereignisse auf der höheren Mentalebene, sowie auf der buddhischen und atmischen Ebene in seinem physischen Gehirnbewusstsein registrieren kann - also ein ununterbrochenes Bewusstsein besitzt. Diese Lücke wird durch den Bau der Antahkarana geschlossen - der höchste Aspekt der Persönlichkeit wird also - mit Hilfe der seelischen Energien des egoischen Zentrums, welches sich ebenfalls auf der Mentalebene befindet, mit dem niedersten Aspekt der Triade (dem manasischen permanenten Atom) verbunden. Ist diese Brücke vollendet, hat die Seele, das EGO ihren Zweck erfüllt, und die Essenz des egoischen Trägers (das solare Feuer) wird in die Monade, in das Zentrum des EINEN LEBENS absorbiert. Die frühere Dreiheit (Leben-Qualität-Form) ist dann in die wesentliche Zweiheit transformiert und es kommt zur Offenbarung des EINEN, indem wir leben, weben und sind. Der Meister ist nunmehr Teil des göttlichen Willens, überschreitet selbst den Grenzring der Hierarchie, wird Teil der Gemeinschaft von Shamballa und steht nunmehr den Pfaden der höheren Evolution gegenüber. Dies sind Bereiche, die für den durchschnittlichen Aspiranten bis jetzt noch nicht fassbar sind.

Die Arbeit des Jüngers besteht also darin, aus sich selbst heraus, so wie es die Spinne tut, wenn sie ein Netz ausspannt, einen Faden zu weben, der ihn in Verbindung bringt mit den Energien der geistigen Triade. Dasselbe ist mit dem bekannten Ausspruch gemeint: der Jünger muss zum Pfad werden. Dieser schöpferische Bauprozess ist eine stufenweise Herbeiführung von Übereinstimmung der eigenen Energieschwingung mit jener der geistigen Triade durch die schöpferische Aktivität des Jüngers. Dieser stufenweise Vorgang der Annäherung oder des Erbauens kann, zum besseren Verständnis, in sechs Phasen gegliedert werden. Die ersten beiden Phasen, die natürlich eine lange Zeitperiode umfassen können, sind für alle Meditierenden gleich, danach differenziert sich, je nach Strahlenzugehörigkeit des Jüngers, die Methode. Das Ziel, das Bauen der Brücke zwischen mentaler Einheit und manasisch permanentem Atom, bleibt jedoch immer dasselbe:

 

1. Absicht: Der Jünger sammelt seine Kräfte am höchsten Punkt seines mentalen Bewusstseins und hält sie in der höchsten Spannung zu der er fähig ist. Der Absicht liegen drei zentrale Aspekte zugrunde: a) die rechte Orientierung, nämlich zur Seele und zur geistigen Triade b) ein genaues Verstehen der auszuführenden Aufgabe c) das Sammeln von Energie im mentalen Grenzring und die Aufrechterhaltung der Spannung

2. Vorstellung: die geplante Arbeit wird durch Studium und den sich darauf aufbauenden Gebrauch der Imagination ausgearbeitet - hierzu bedarf es eines vollständig gereinigten astralen Trägers, der empfänglich geworden ist für die Beeindruckung des buddhischen Prinzips - diese Beeindruckung ist im wesentlichen eine Wahrnehmung dessen, was bisher noch nicht im Bereich der Vision des Jüngers liegt - und so wird die Schwingungsfrequenz in dieser Phase durch die Methode des "als ob" allmählich aber beständig erhöht. Die vorher erzeugte mentale Spannung wird durch den Einsatz der schöpferischen Energie oder anders ausgedrückt: durch die Technik des Glaubens - stufenweise erhöht und die vorgestellte Form wird dadurch im Laufe der Zeit immer macht- und wirgunfsvoller. Sie nimmt beständig an Schönheit zu und wird ausstrahlend-magnetisch. Dies führt wiederum zu einer verstärkten Wechselwirkung, zu einer erhöhten Empfänglichkeit für die Energie der buddhischen Ebene und so entsteht mit der Zeit ein Kraftstrom zwischen der astralen und buddhischen Ebene, der durch das Spannungsfeld auf der Mentalebene strömt und dort eine ständig zunehmende Aktivität und Organisation der mentalen Substanz erzeugt.

3. Projektion: In dieser Phase wird das bisher subjektive Werk des Jüngers eindeutig objektiv und dies macht auch die Schwierigkeit dieser Phase aus. Die Methode wird jetzt strahlenspezifisch und der Jünger muss wissen: a) welche Qualität sein Persönlichkeitsstrahl aufweist und b) von welcher Qualität der Seelenstrahl ist. Er muss kraft seines Willens die bereits organisierte Substanz vorwärtsbewegen, sodass aus dem Kraftzentrum eine Energielinie hervorgeht, die der Jünger dann unter Anwendung des Willens in Richtung der Monade projiziert. Hierzu benötigt er die "Hilfsquellen" der Seele, genauer die Energie der im Juwel des Lotus aufgespeicherten Energie, die durch die verschiedenen Blätter (Opfer-, Liebes- und Wissensblätter) zum Ausdruck kommt. Auf diese Energie reagiert er erst dann, wenn die Opferblätter die Herrschaft übernehmen, wenn Wissen in Weisheit umgewandelt wird, seine Liebe für das Ganze beständig wächst und die Kraft des Verzichtens wirksam ist. Diese, im alltäglichen Leben entwickelten Eigenschaften stimulieren das Herz oder das Juwel im Lotus und bringen schließlich, soweit es in einer besonderen Inkarnationen möglich ist, den oben erwähnten Willen hervor. Die Spannung des Niederen erweckt die Aufmerksamkeit des Höheren - und diese Feststellung einer okkulten Tatsache bringt uns zur nächsten Phase:

4. Invokation und Evokation: Diese Stadien des Bauprozesses beziehen sich nicht mehr auf die Arbeit der Persönlichkeit. Diese wurde in den ersten drei Stufen beschrieben und sie führt schließlich zur 4.Einweihung, zur gänzlichen Vernichtung der Form, oder der Auflösung des egoischen Trägers durch elektrisches Feuer. Die folgenden drei Stufen beziehen sich auf Äusserungen von höheren Stufen des geistigen Lebens und können daher nur von Eingeweihten in rechter Weise erfasst werden. In dieser Phase wird - um es kurz zusammenzufassen - von der geistigen Triade ebenfalls eine Energieprojektion initiiert, die schließlich, nach einer langen Periode der Annäherung, mit der niederen Projektion zusammentrifft. Dieses Zusammentreffen ist die Verwirklichung der Befreiung: Persönlichkeit und Seele, Ego und Form bestehen dann nicht mehr, nur noch der EINE verbleibt. Der Abstieg in mögliche Bereiche des Dienens ist über den Lichtpfad - über die Antakarana möglich.

5.und 6.: Stabilisierung und Auferstehung: Die Brücke ist nach der Vereinigung zwischen Monade und Persönlichkeit gebaut, die 5. Einweihung ist erreicht. Der Meister steigt in vollem Bewusstsein in die Sphäre des monadischen Lebens und offenbart bewusst den Willen Gottes. Der Meister trifft eine Wahl, die in auf einen der kosmischen Pfade er höheren Evolution führt.

 

Diese Zusammenfassung zeigt kurz und notwendigerweise ungenügend, das grosse Werk, dass vor dem einzelnen Jünger sowie letztlich der Menschheit als Ganzes liegt, denn alle Menschen, auf allen Strahlen erbauen vereint die sogenannte Menschheits-Antakarana.

Die unmittelbare Aufgabe für den Aspiranten ist vor allem anderen eine beständige Intensivierung des eigenen inneren geistigen Strebens. Der Punkt der Spannung ist bei vielen Aspiranten nicht da, wo er sein könnte, wenn sie all ihre Kräfte für den geistigen Fortschritt einsetzen würden. Viele von uns zögern, den endgültigen Schritt hin zur wahren Jüngerschaft zu tun und sie wissen das auch. Sie bleiben dadurch (vorerst) auf dem langsameren Weg der Evolution und das ist natürlich ihr gutes Recht. Auch der Aspirant steht also vor einer Entscheidung. Dies ist keine endgültige Entscheidung, dennoch eine wesentliche und richtungsweisende für einen bestimmten Zyklus.

Wie schon erwähnt wird die Baumethode ab der 3.Phase strahlenspezifisch. Nachfolgend geben wir daher noch kurz die Annäherung für die verschiedenen Strahlen:

 

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